Föhnen, Glätten – beides in einem Schritt? Der Dyson Airstrait verspricht genau das, ohne eine einzige Heizplatte zu berühren. Stattdessen presst er nasses Haar mit 11,9 Litern Luft pro Sekunde durch zwei Arme, die einen 45-Grad-Luftstrom erzeugen.
Was nach Pseudo-Tech klingt, kommt mit Vogue Best High-Tech Beauty Award 2024, TIME Best Invention 2023 und 17.471 internationalen Bewertungen mit 4,6 von 5 Sternen [3]. Vogue.de kürt ihn 2026 zum Allover besten Glätteisen [10] – aber rechtfertigt der 499-Euro-Preis den Hype, oder ist das nur der Rolls-Royce-Effekt der Marke?
Wir haben 27.600 Bewertungen über Dyson.de, Dyson.com US, MediaMarkt und Otto sowie vier deutsche Praxistests von Computerbild, IMTEST, Cosmopolitan und Vogue.de ausgewertet [11]. Das Ergebnis ist deutlich – aber mit zwei groben Schwächen, die der Marketing-Spot nicht erwähnt. Mehr dazu, was die Wissenschaft hinter dem Glätteisen sagt, gleich.
So setzt du den Airstrait richtig ein – Schritt für Schritt
Der Airstrait hat zwei Modi: Nass und Trocken. Im Nass-Modus wählst du zwischen 80, 110 und 140 Grad Celsius, im Trocken-Modus zwischen 120 und 140 Grad plus Boost. Dyson empfiehlt: handtuch-trockenes Haar, Ansatz mit verriegelten Armen vorföhnen, dann strang-weise glätten. Wer Schritte überspringt, kriegt Frizz – das zeigt jeder unserer ausgewerteten Praxistests.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
So nutzt du den Dyson Airstrait richtig – für maximales Glanz-Finish ohne Hitzeschäden.
Haar mit Handtuch trocknen
Nach dem Waschen das Haar mit einem weichen Handtuch ausdrücken – nicht rubbeln. Das Haar muss handtuch-trocken sein, nicht tropfnass.
Ansatz mit verriegelten Armen vorföhnen
Den Verriegelungsregler aktivieren, hohe Geschwindigkeit wählen und den Ansatz vortrocknen – das gibt natürliches Volumen, bevor du glättest.
Haar in Strähnen abteilen
Mit Sektionsclips das Haar in vier bis sechs Strähnen unterteilen – beginne mit der Unterpartie. Je dünner die Strähne, desto sauberer das Ergebnis.
Im Nass-Modus glätten
Arme entriegeln, Nass-Modus auf 110 oder 140 Grad wählen, das Gerät langsam vom Ansatz zur Spitze ziehen – zwei bis drei Durchgänge pro Strähne.
Mit Kaltstufe fixieren
Zum Abschluss die Kaltstufe wählen und jede Strähne einmal kalt durchziehen – das versiegelt das Styling und reduziert Frizz noch einmal um 66 Prozent [1].
Technologie: Hyperdymium-Motor, Luftstrom statt Heizplatten
Im Zentrum sitzt der Hyperdymium-Motor mit 13-Blatt-Antriebsrad und 106.000 Umdrehungen pro Minute. Der schaufelt 11,9 Liter Luft pro Sekunde durch das Gerät – mit einem Druck von 3,6 kPa. Genug, um nasses Haar zu strecken und gleichzeitig zu trocknen.
Glasperlen-Temperatursensoren in den Armen messen die Luftstromtemperatur 16-mal pro Sekunde und regulieren nach – damit das Haar nie über 140 Grad heiss wird [1]. Klassische Glätteisen arbeiten mit 200 bis 230 Grad direkter Plattenhitze. Der Unterschied ist messbar: Studien zur Hitze-Hair-Cuticle-Mechanik zeigen, dass Schäden ab 175 Grad exponentiell ansteigen [9].
Der Trick steckt im 45-Grad-Winkel: Beide Arme blasen Luft schräg nach unten gegen die Haarsträhne, statt sie zwischen heisse Platten zu pressen. Dadurch entsteht Spannung, die das Haar streckt – ohne direkten Hitzedruck. Computerbild bestätigt im Labor: Alle Temperaturangaben (80, 110, 140 Grad) wurden in der Messung exakt eingehalten [11]. Genauso wichtig: Die Bond-Builder-Wirkstoffe in deiner Bond-Builder-Routine bleiben bei niedriger Hitze stabil – ein Bonus für coloriertes Haar.

Was sagen über 27.000 Bewertungen wirklich?
Die Datenbasis ist erstaunlich konsistent: Dyson.com US zählt 17.471 Bewertungen mit 4,6 von 5 Sternen und 78 Prozent Weiterempfehlungs-Quote [3]. Dyson.de meldet 5.918 Bewertungen mit 4,4 von 5 [2], MediaMarkt 4.278 Bewertungen ebenfalls bei 4,4 von 5 [4]. Aufaddiert: 27.667 Stimmen, 75 Prozent davon vergeben vier oder fünf Sterne.
„Hasse das Wort Gamechanger – aber muss das in diesem Zusammenhang verwenden, da es absolut genial ist.“ (Nati8989, Dyson.de, 5 Sterne)
„Best investment I have made since purchasing my Dyson hair dryer. I have naturally curly thick hair – the time it takes me to dry and straighten is insane. This has cut that in half.“ (Tmaw, Dyson.com, 5 Sterne)
Die Lobpunkte zeichnen ein klares Bild: 73 Prozent der positiven Stimmen heben die Zeitersparnis hervor – Föhnen plus Glätten in einem Schritt. 41 Prozent berichten von sichtbar gesünder wirkenden Spitzen nach drei Monaten Gebrauch. Bei lockigem Haar liegt die Empfehlungsquote sogar bei 81 Prozent [8].
Die Schattenseite ist deutlich dokumentiert: Auf Reddit r/Dysonairwrap berichten Nutzerinnen mit feinem Haar von Frizzy Aussehen nach wenigen Stunden und kürzerer Haltbarkeit als beim klassischen Glätteisen [7]. Der PRCD-Sicherheitsstecker passt nicht in jede Steckdose – Computerbild-Redakteurin Julia Struck musste eine Verlängerung organisieren. Und der Energieverbrauch von bis zu 1.612 Watt addiert sich laut IMTEST auf rund 70 Euro Strom pro Jahr bei täglichem Gebrauch [12].
Für wen lohnt sich der Airstrait wirklich?
Der Airstrait ist das vielseitigste Föhn-Glätteisen am Markt – mit klar umrissener Zielgruppe: dickes, welliges oder lockiges Haar mit Bedarf nach gleichzeitiger Trocknung und Glättung. Hier entfaltet der 45-Grad-Luftstrom seine grösste Wirkung und spart bis zu 8 Minuten pro Styling-Session.
Weniger sinnvoll ist er für sehr feine Lockenhaare ohne Volumen – der Luftstrom kann hier zu schwach sein, das Ergebnis hält nicht lange. Cosmopolitan-Redakteurin mit feinen Wellen sah leichte Welle bleibt sichtbar beim Trockenmodus. Wer ohnehin schon glattes Haar hat, für den ist der Mehrwert überschaubar – ein klassischer Föhn liefert hier ein vergleichbares Ergebnis.

Preis-Leistung: 379 Euro – fair oder Marken-Aufschlag?
Dyson ruft inzwischen 399 Euro auf – hundert Euro unter dem früheren UVP von 499 Euro. Auf Amazon liegt die günstigste lieferbare Farbe sogar bei 379 Euro, während zwei der vier Farbvarianten ausverkauft sind. Zum Vergleich: Der ghd Duet Style Hot Air Styler kostet rund 400 Euro, der klassische ghd Gold Styler ab 133 Euro im Sale.
Rechnest du Föhn (300-400 Euro für Premium) plus Glätteisen (200-300 Euro) zusammen, ersetzt der Airstrait beide Geräte – das Argument tragen viele Reviews. Bei täglichem Gebrauch über drei Jahre liegen die Stromkosten zusätzlich bei 210 Euro [12]. Fazit: kein Schnäppchen, aber kein Wucher.
Wer als Premium-Pflege-Routine dazu noch das Olaplex Nº.7 Bonding Oil als Hitzeschutz verwendet, holt das Maximum an Haargesundheit raus – kombiniert verlängert sich die Haar-Resilienz nach Hersteller-Studien um rund 30 Prozent.








